Person

Ralf Kopp

Ich habe Wirtschafts- und Organisationswissenschaften in Hamburg studiert. Während meines Studiums begann ich, mich mit Persönlichkeitsstrukturen und Typologien zu beschäftigen. Besonders die Typologie von Fritz Riemann, die er in seinem Buch Grundformen der Angst beschreibt, erwies sich als praktisch. Im Laufe der Jahre erweiterte ich sie um das Wissen aus anderen Typologien und Faktorenmodellen. So entstand nach und nach eine umfassende, eigene Typologie.

In den Neunzigern faszinierte mich das psychologische Criminal Profiling, wie man es aus amerikanischen Krimis kennt (in Deutschland gibt es bis heute kein psychologisches Criminal Profiling, sondern die so genannte OFA-Operative Fallanalyse, die mit psychologischem Profiling nichts zu tun hat). An dem psychologischen Profiling interessierte mich die Möglichkeit, die Zuordnung eines Menschen zu einem bestimmten Typen innerhalb meiner Typologie zu objektivieren. Ich übernahm das Verfahren deshalb. Die Einschätzung der Zielperson anhand Objektiver Merkmale in einem definierten Priorisierungs-Prozess ist die entscheidende Weiterentwicklung von einer simplen Typologie zu einem echten Profiling und erhöht die Trefferquote erheblich.

In den 2000er Jahren traten die Neurowissenschaften in meinen Fokus: Wolf Singer 2004 mit seinem Artikel in der FAZ „Keiner kann anders, als er ist“, Daniel Kahnemann mit seinem Buch Schnelles Denken, langsames Denken, David Eagleman, Gerhard Roth und Gerald Hüther. Denn die Erkenntnisse der Neurowissenschaften erklären, warum Profiling funktioniert und revolutionierten die Psychologie.

2011 begann ich, Mitarbeiter von Unternehmen in Business Profiling zu trainieren.

2015 kam die Polizei auf die Idee, ihre Mitarbeiter von mir in Profiling ausbilden zu lassen (wir nennen es in dem Bereich Confidential Profiling). Wie in den Unternehmen, geht es dabei um die professionelle und objektivierte Analyse von Menschen, um mit ihnen effektiv zu kommunizieren, zu verhandeln und um sie erfolgreich zu führen (nicht um die Analyse von Tätern wie im Criminal Profiling).

Bis heute bilde ich Mitarbeiter von Unternehmen und der Polizei (zum Beispiel des Landeskriminalamtes Berlin) in Profiling aus.